Seit dem WWOOFen haben wir viel zu viel erlebt, viel zu wenig Zeit und Schreibmotivation gehabt um alles festzuhalten. Daher gibt es nun anstatt 10 Einzelbeiträgen eine kleine Zusammenfassung von den Geschehnissen der letzten paar Wochen, jeweils in den Städten eingeteilt, in denen wir waren.
Mission Beach
Nach unserem Aufenthalt bei Peter und Jane (WWOOFing-Familie) sind wir weiter Richtung Süden gereist. Der nächste Stopp war Mission Beach, wo wir insgesamt drei Tage verbracht haben. Die meisten die nach Mission Beach kommen sind entweder wegen dem White Water Rafting auf dem Tully River oder wegen dem Skydiving hier. Da wir schon in Malaysia White Water Raften waren und nicht nochmal A$200 ausgeben wollten und uns Skydiven auch zu teuer war (A$300) gab es für uns nicht so viel zu unternehmen. Stattdessen wurden wir als Unwissende mal wieder über den Tisch gezogen. Man hat uns ein Tourpaket angedreht, welches wir in fast allen anderen australischen Reisebüros zum halben Preis hätten bekommen können, doch wir haben nichts wissend zugeschlagen. Für eine 2-tägige Segeltour auf den Whitsunday Islands und einer Self-Drive Tour auf Fraser Island haben wir A$520 pro Person geyahlt. Für A$399 hätte man das selbe Paket PLUS einer 3-tägigen Safaritour und die Möglichkeit Delfine zu füttern bekommen. Nun ja, man lernt aus Fehlern oder in unserem Fall eben auch nicht (s. weiter unten) =).
Ansonsten haben wir noch ganz viele Deutsche kennengelernt, mit zwei von denen wir zur Zeit mehr oder weniger zusammen Reisen. Man trifft hier an der Ostküste ungelogen mehr Deutsche als Australier. Laut einem Zeitungsbericht stellt die australische Regierung jährlich über 140.000 Work&Travel Visa aus, worunter knapp 20.000 Deutsche sind. Hier haben wir außerdem den wohl billigsten und gleichzeitig bekanntesten Alkohol in Australien kennengelernt: Goon. Dabei handelt es sich im Grunde um verschiedene Weinsorten, der in Tüten verpackt verkauft wird. Man bekommt für A$15 eine 4-Liter Packung. Nachdem man Goon probiert hat, weiß man wirklich was gemeint ist, wenn es heißt, dass Qualität seinen Preis hat.
Townsville/Magnetic Island
Unser nächster Stopp: Townsville, genauer Magnetic Island. Auch hier haben wir wieder ein suuuper Paket erworben. Für A$92 bekamen wir eine Hin-und Rückfahrkarte von Townsville nach Magnetic Island, zwei Übernachtungen in einem Hostel sowie je ein Krug Bier und 30 Minuten Internet. Rechnet man jedoch alles einzeln zusammen kommt man auf den gleichen Preis. Wir hätten dankend auf den A$10 Krug und die A$5 teure halbe Stunde Internet, das außerdem etwa Modem-Geschwindigkeit hatte, verzichten können.
Suki und Chris waren auch zufälligerweise zur gleichen Zeit auf Magnetic Island, jedoch am anderen Ende der Insel. Wir beschlossen daher uns für einen Tag je einen Scooter (Roller) auszuleihen, da man in Australien meist erst ab 21 Autos mieten darf, um uns mit den zwei treffen zu können. Zu viert erkundigten wir dann die halbe Insel mit dem Roller, da die andere halbe Insel nicht befahrbar war. Dabei haben wir wilde Rockwallabies, eine Unterart der Känguruhs, gesehen, die wir mit dem zuvor an der Tankstelle erworbenen Känguruh-Pellets füttern konnten.
Am darauffolgenden Tag waren wir im Koala Sanctuary, wobei sich herausstellte, dass dieser nur drei Koalas beherbergte (bei einem Koala Sanctuary erwartet man doch eigentlich mehr, oder?). Zudem hat die australische Regierung zum Schutze der Koalas ein Gesetz verabschiedet, dass den Zoos nur eine bestimmte Zeit in der Woche erlaubt die Koalas aus ihren Gehegen zu entfernen und ihnen die Verpflichtung gegeben Besucher einen Preis anzurechnen, wenn diese die Koalas halten wollen. Da wir keine A$14 zahlen wollten, durften wir die Koalas (leider) auch nicht halten; streicheln war jedoch erlaubt.
Suki und Chris sind nach Magnetic Island direkt nach Airlie Beach gefahren, da ihre Whitsunday Tour am nächsten Tag anfing. Wir hatten noch zwei Tage in Townsville gehabt, die wir im Reef Lodge Hostel, welches sehr nach buddhistischem Stil dekoriert war, verbracht. Außer beim McDonalds um die Ecke Internet zu schnorren, bei Woolworths einzukaufen, zu Joggen, Essen und zu Schlafen haben wir in Townsville nicht sonderlich viel gemacht.
Airlie Beach/Whitsunday Islands
Airlie Beach ist eine richtige Touristenstadt, in der Leute nur wegen der Whitsunday Tour herkommen und dann meist auch recht schnell wieder verschwinden. Kein Wunder also, dass die Preise hier sehr Backpacker untauglich sind, vor allem was die Unterkunft und die Nahrung (kein Coles/Woolworths) anbelangt. Wir hatten relativ viel “Glück” gehabt, dass wir einen Platz im Magnums Hostel bekommen haben, da die Nacht dort nur A$18 kostet. Für den Preis bekommt man dafür auch weder Kopfkissen noch Decke und die sog. “Küche” besteht aus 2 Mikrowellen, 2 elektrischen Kochtöpfen, 2 Sandwichmakern, einer Handvoll Besteck und Tellern für etwa 300 Gäste.
Auch wir haben nur in Airlie Beach gestoppt um die Segeltour durch die Whitsunday Islands zu machen. Es fing morgens um 8:00Uhr, wie bei so gut jeder Tour, mit einem kurzen Briefing und dem darauffolgenden Kennenlernen der Crew an. Diesmal, schlauer als bei der letzten Bootsfahrt, nahmen wir rechtzeitig unsere Seasicknesspills und mussten uns kein einziges Mal während der ganzen Segeltour übergeben. Dafür zwei andere, wobei beide es geschafft haben gegen den Wind zu kotzen, sodass Martin von einem das halbverdaute Essen ins Gesicht bekam. Juhu!
Ansonsten gibt es von der Segeltour nicht viel zu berichten, außer, dass wir wieder das Glück hatten unsere Tour mitten in den Regen zu verlegen. Die meiste Zeit der Segeltour verbrachten wir mit dasitzen und reden oder essen. Ab und an durften auch Freiwillige das Segel hissen oder die Leinen festbinden, wobei es dank dem extrem starken Wind nicht so viele davon gab und es meistens immer die gleichen waren, die diese Tätigkeiten übernehmen mussten. Während der Segeltour haben wir zwei Mal gehalten um Schnorcheln zu gehen und dann noch einmal bei Whitehaven Beach, die 6km lange Insel weshalb so gut wie alle überhaupt die Segeltour durch die Whitsunday Islands machen. Ein traumhafter Strand mit kristallklarem blau bis hin zu türkisblauem Wasser, feinster weißer Sand (98% Siliciumdioxid) und eventuell ein strahlend blauer Himmel. Bei uns war der Himmel allerdings grau und verregnet und er war noch dazu ziemlich kalt. Durchnässt und frierend konnten wir es gar nicht erwarten einen der schönsten Strände der Welt wieder zu verlassen. Ziemlich schnell waren dann auch die zwei Tage Segeltripp schon vorbei und wir kehrten zurück nach Airlie Beach, von wo aus wir uns auch ziemlich schnell verabschiedeten und und auf die zehnstündige Reise nach Agnes Water, die noch dazu eine Nachtfahrt war, machten.
Agnes Water
Agnes Water – Town of 1770, Geburtsort von dem östlichen Staat Queensland. Die Stadt wurde durch die Landung von Captain Cook im Jahre 1770 berühmt und hat dadurch auch ihren Namen erhalten, wobei die eigentliche Stadt Agnes Water ist und Town of 1770 besteht nur aus circa 50 Einwohnern. Dort blieben wir ziemlich lange und die Zeit vertrieben wir uns, indem wir eine Stadtführung machten, einen Surfkurs besuchten und die Scooter-Roo-Tour machten. Dabei fährt man auf aufgemotzten 50er Rollern mit Chopperlook durch die Gegend in einer großen Gruppe und letztendlich darf man den Sonnenuntergang vom Strand aus beobachten, bevor es wieder zurückgeht. Am letzten Morgen beschlossen wir außerdem um 4 Uhr aufzustehen, um den Sonnenaufgang zu beobachten, der auch wirklich sehr schön und fast filmreif war, auch wenn 4 Uhr trotzdem ein wenig früh ist.
Hervey Bay
ALDI! Ja, in Hervey Bay gibt es tatsächlich einen Aldi. Anscheinend sollen es noch weitere in Australien geben, doch das war der erste den wir gesehen haben. Selbstverständlich haben wir dem Aldi auch so früh wie möglich einen Besuch abgestattet. Selbst in Australien ist Aldi immer noch verdammt günstig (sogar günstiger Woolworths). Hervey Bay hat aber deutlich mehr zu bieten als nur einen Aldi, z.B. das beste Hostel in ganz Australien namens “The Friendly Hostel”. Anfangs haben wir uns etwas über den Namen lächerlich gemacht, doch haben nichtsdestotrotz den Empfehlungen anderer Backpacker befolgt und dem Hostel eine Chance gegeben. Wir bereuen es auf keinen Fall dies getan zu haben. Das Hostel besteht aus 4 Units die wirklich sehr an eine WG erinnern. Man schläft entweder in einem Zweierzimmer mit Doppelbett, Zweierzimmer mit zwei Einzelbetten oder einem Dreierzimmer. Man teilt ein Wohnzimmer und eine Küche + Kühlschrank somit mit maximal 7 Leuten. Sehr angenehme Abwechslung zu den gigantischen Hostels bei denen man meist eine Küche mit 100-300 Leuten teilt. Eigentlich wollten wir nur zwei Tage hier verbringen, doch weil uns das Hostel hier so sehr gefallen hat entschieden wir spontan eine Woche länger zu bleiben. Zwischendurch waren wir auch noch auf Fraser Island, aber dazu gibt es später einen Bericht.
(Bisschen kompliziert, aber stellt euch den Fraser Island Bericht hier an dieser Stelle vor =) )
Noosa
Danach verbrachten wir noch zwei Tage in Noosa, wo wir eigentlich nur hingingen, um Zeit bis Brisbane zu schinden, weil wir uns dort erst am 3. Dezember mit zwei anderen treffen sollten. In Noosa gibt es auch nicht besonders viel außer den Australia Zoo, den wir natürlich besuchten und dank einem Gutschein von einer Kellogspackung zum Buy-1-Get-1-Free-Preis. Der Zoo war zwar nicht so rießig, aber trotz allem ziemlich beeindruckend. Im Übrigen war das der Zoo vom mittlerweile gestorbenen Crocodile Hunter Steve Irwin. Er hatte als Idee, dass Menschen mit den Tieren in Kontakt kommen müssen, um sie dann auch schützen zu wollen. Deswegen kann man fast alle Tiere anfassen und es gibt Rund um die Uhr Shows, wo man fast alle Tiere in Action sehen kann (die bei den Schildkröten eher mau ist) und Wissenswertes dazu erzählt bekommt. Besonders beeindruckend war die Tigershow, bei der die Wärter mit den Tigern spielten und sich sogar Jagen ließen und mit ihnen ins Wasser sprangen. Zumindest haben wir den Eindruck gehabt, dass in diesem Zoo die Tiere relativ glücklich leben, Beschäftigung bekommen und besonders die großen Tiere, wie Elefanten werden ab 4 Uhr nachmittags in größere Übernachtungsgehege verlegt. Und last but not least… hier haben wir endlich Wombats gesehen, die neuen Lieblingstiere von Martin. Das sind so ungefähr kleine, dicke, fette, faule Bären, die bis zu einem Meter lang und bis zu 40kg schwer werden und das ganze Leben ziemlich gechillt angehen und man kann es fast nicht glauben, dass diese Tiere über Kurzstrecken anscheinend auf 40km/h beschleunigen können. Leider darf man sie nicht knuddeln, auch wenn sie wie große Wollknäuel aussehen.
Das war’s nun von unserer Zusammenfassung. Wir haben nun den 6. Dezember und sind mittlerweile in Brisbane angelangt. Neue Berichte gibt’s wohl erst wieder in 1-2 Wochen, wenn uns die Schreiblust evtl. wieder ergreift oder die Drohmails. Bilder gibt es dann auch wieder irgendwann in den nächsten Tagen. Haben jetzt wieder für kurze Zeit kostenloses Internet, d.h. wenn die Motivation zum Aussortieren der Bilder da ist, gibt es neue Bilder
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