Die letzte Woche unserer großen Reise haben wir in Sydney verbracht. Um uns schonmal an das kalte Wetter in Deutschland zu gewöhnen wurde das Wetter auch schlecht, sobald wir in Sydney ankamen und seitdem haben wir fast täglich Regen. Die ersten 5 Nächte haben wir im Mountbatten Hotel verbracht, das direkt in Chinatown liegt und für den eher mageren Standard erstaunliche Preise verlangt. Aber kurz vor Sylvester werden hier alle Hostels teurer, ganz besonders in Sydney und direkt an Sylvester sind diese nahezu unbezahlbar (A$200-A$300 pro Nacht), weshalb wir nur bis zum 27. Dezember eine Unterkunft gebucht hatten und in letzter Möglichkeit hat sich für uns doch noch eine Möglichkeit ergeben, dass wir nicht auf der Straße schlafen mussten. Aber dazu später…
Unser erster Eindruck von Sydney war einfach nur, dass es abartig groß ist. Dieser Eindruck hat sich auch bestätigt und obwohl wir direkt an der “Hauptstraße” waren (George Street), konnte man so gut wie nichts zu Fuß erreichen. Wir mussten Unmengen an Geld für Busse ausgeben, die auch noch erstaunlich teuer sind. Da wir die letzte Nacht im Greyhound Bus verbracht hatten, unternahmen wir am ersten Tag nichts besonderes, außer mal wieder Lebensmittel einkaufen. Abends machten wir uns auf einen langen Fußmarsch zur Harbour Bridge, die auch bei Dunkelheit erstaunlich schön aussah. Von dort aus erspähten wir auch das Opera House und eine ziemlich schöne Skyline. Da die Harbour Bridge doch ein ganz schönes Stückchen von unserem Hostel entfernt war, wären wir auf dem Rückweg auch fast verhungert, aber Subway hat uns gerade nochmal davor gerettet.
Am zweiten Tag trafen wir dann unsere Sylvester-Unterkunft, weil Jana’s Oma einige Wochen vorher festgestellt hat, dass sie einen Cousin hat, der einen Sohn in Sydney hat. Dieser wurde dann natürlich auch kontaktiert und hat sich bereit erklärt die ferne Verwandtschaft zumindest mal zu treffen. Da er aber nur eine kleine Wohnung und zudem noch kleine Kinder hat, hat er uns angeboten bei seinen Schwiegereltern zu wohnen, die ein wenig außerhalb im Stadtteil “Elanora Heights” wohnen und ein großes Haus mit Gästezimmer haben. Dankend nahmen wir das Angebot an und zusätzlich bekamen wir noch einen Geheimtipp für die Silvesternacht. Um nämlich einen halbwegs guten Ausblick zu haben, muss man an Sylvester bereits um 8 Uhr morgens an seinem Spot sein, weil diese so genannten Vandale Points geschlossen werden, nachdem eine bestimmte Anzahl von Menschen erreicht wurde. Uns wurden aber die Dover Heights empfohlen, von wo aus man eine schöne Aussicht auf die Stadt hat und man auch erst abends hingehen muss, auch wenn es etwas weiter weg ist.
An unserem dritten Tag in Sydney war bereits Heilig Abend, an dem wir eine Tour in die Blue Mountains gebucht hatten, die den ganzen Tag dauern sollte. Ziemlich früh wurden wir dann auch abgeholt und fuhren erstmal ziemlich lange, bis wir in den Blue Mountains ankamen, wo wir dann die verschiedenen Sehenswürdigkeiten abklapperten und Bilder von allem möglichen schossen. Diese Berge sind übrigens blau, weil die Eukalyptusbäume blaue, ätherische Öle abdampfen, die dann von weitem die Berge blau erscheinen lassen. Zu Martins Enttäuschung fanden wir leider keine Wombats.
Abends gingen wir dann noch unser Festmahl einkaufen und da es ein Sonderangebot für Hackfleisch gab, erstanden wir ein Kilo Hackfleisch und kauften die nötigen Zutaten um Burritos zu machen. Zur Feier des Tages gönnten wir uns auch Pfirsiche, Mandarinen und Salat. Abends gingen wir dann um halb 12 noch in die Kirche, wo erstmal viel gesungen wurde, gefolgt von einer Messe, bei der es ultraschlechten Wein gab. Danach schauten wir noch ziemlich lange Eureka-Folgen an, weshalb wir den darauf folgenden Tag größtenteils mit Schlafen verbrachten.
Am 26. Dezember wollten wir eigentlich beim Start des Yacht Racings zuschauen, das einmal im Jahr von Sydney nach Tasmanien geht, aber da das Wetter so kalt und nass war, hatten wir an diesem Tag unsere Frühgeburt, weshalb wir nicht zum Yacht Racing gingen. Tags darauf war es für uns auch schon wieder Zeit umzuziehen und wir packten unsere Sachen und wurden bereits morgens um halb neun abgeholt, und dann direkt zu unseren Gastgroßeltern Jon und Jenny gefahren, die wir dann erstmals kennen lernten. Mittags gingen wir auch gleich auf eine Grillparty mit lauter unbekannten Leuten, außer Jon und Jenny, die uns damals auch noch relativ unbekannt waren. In den darauffolgenden Tagen lernten wir sie aber besser kennen. Beide sind sehr nett und haben uns viel von ihren verschiedenen Weltreisen erzählt. Um uns für die kostenlose Unterkunft ein wenig zu revanchieren kochten wir einmal Frühlingsrollen und am nächsten Tag dann Linsen mit Spätzle, allerdings nur mit Nudeln.
Da wir ziemlich am Ende der Welt waren und mit dem Bus eine Stunde in die Stadt brauchten, unternahmen wir nicht mehr so sonderlich viel, aber immerhin verbrachten wir einen ganzen Tag mit Souvenirshopping damit wir auch was für unsere liebe Familie zum Mitbringen haben und des Weiteren waren wir nochmals auf der Harbour Bridge, wo wir diesmal den Ausguck bestiegen. An Sylvester zogen wir dann allerdings schon wieder um, zurück zu Janas Pseudoonkel, der uns für die Sylvesternacht bei sich auf der Couch schlafen lies. Dann gab es abends noch ein “Familienessen” mit Lamm, Tsatziki und Couscous und dann machten wir uns auch schon langsam auf den weg zu den Dover Heights, von wo aus wir das Feuerwerk beobachten wollten. Vorher schauten wir noch bei der Big Raver Party direkt am Bondi Beach vorbei, aber der Eintritt kostete 140 Dollar. Auf den Dover Heights angekommen, wurden wir auch sofort wieder vertrieben, weil die Polizei irgendwas erzählte, dass das Limit ausgeschöpft wäre, aber uns immerhin einen alternativen Park anbot, zudem wir dann auch gingen. Dort hatten wir auch einen sehr schönen Ausblick auf die Skyline und es war noch ziemlich viel Platz frei. Die letzte Stunde bis zum neuen Jahr verging dann auch noch schnell und wir stellten fest, dass das Jahr 2009 für uns 10 Stunden kürzer war, als für alle anderen. Pünktlich um 12 gab es dann das große Feuerwerk, das allerdings zehn Minuten später schon wieder vorbei war. Wir vermuten, dass die Stadt sparen musste. An dieser Stelle nochmal “Happy New Year” an alle! Gegen halb eins machten wir uns auch wieder auf den Weg Richtung Bondi Beach, wo wir McDonalds noch einen kleinen Besuch erstatteten. Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft kamen wir dann auf die geniale Idee eine Abkürzung zu nehmen, bei der wir dann die Straße (Hastings Parade) verpassten und über eine Stunde brauchten, um sie wiederzufinden. Einmal waren wir zwar in der richtigen Straße, aber die dort ansässige Ambulanz schickte uns wieder weg, anscheinend wissen die nicht in welcher Straße sie selbst sind. Die darauffolgende Nacht war dann eher kurz, weil Martin die halbe Nacht Moskitos jagte und wir morgens von den Kindern wieder geweckt wurden. Heute ist nun unser letzter Tag und wir sind schon dabei unser Gepäck zusammenzusuchen und uns innerlich von Australien zu verabschieden. An dieser Stelle möchten wir uns auch bei unseren treuen Lesern bedanken, auch wenn wir nicht immer ganz so regelmäßig von allem berichtet haben.
Bye Bye Australia, hello Germany!
Wiie jetzt schon vorbei? Aber der Blog bleibt doch hoffentlich bestehen? Bin schon gespannt, was in euerm Leben noch so passiert – Zivi usw, ne?
Ganz viele Grüße, see you SOON =)