Austraysia – we're coming!

Australia:
vor 21 Monaten, 4 Wochen, 2 Tagen, 16 Stunden, 31 Minuten, 44 Sekunden

Germany:
vor 19 Monaten, 1 Woche, 5 Tagen, 3 Stunden, 31 Minuten, 44 Sekunden



Eat, Sleep, Dive!

Wir berichten hier live vom Tauchboot von ProDive Cairns direkt vom Great Barrier Reef. Vielleicht auch nicht ganz so live, weil wir den Beitrag erst später hochladen können. Vor zwei Tagen sind wir um 12 Uhr in Cairns angelangt und schon der Vergleich von Cairns mit Brisbane ist lächerlich, weil Cairns aus einer Ansammlung einstöckiger Häuser mitten im Nichts besteht. Abgesehen davon ist Cairns sehr schön und auch unser Hostel, in dem wir eine Nacht geschlafen haben, bietet alles, was man sich nur wünschen kann und gibt noch ein paar kakerlakenähnliche Tiere obendrauf, die wir dann gestern erstmal erlegten, was gar nicht so einfach war, da unser Exemplar ziemlich schnell war. Danach hatten wir gleich unser nächstes Erfolgserlebnis, da wir unsere erst Wwoof-Gastfamilie gefunden haben. Diese nimmt uns zwei Tage nach dem Tauchtrip auf und holt uns direkt von der Greyhound-Route in Innisfail ab. Für alle dies noch nicht wissen: Wwoof steht für Willing workers on organic farms und im Prinzip bedeutet das, dass eine Farmerfamilie zwischen einem und drei Wwoofern in ihre Familie aufnimmt, sie bei sich schlafen und essen lässt und ihnen ein wenig die Umgebung zeigt. Im Austausch dafür arbeiten die Wwoofer circa 5 Stunden am Tag mit und erledigen einfache Arbeiten, die zu tun sind.

Aber nun zurück zum Tauchen: Gestern morgen wurden wir um 6:15Uhr von ProDive abgeholt und dann ging es schon direkt auf unser kleines Schiff (24m lang, ~7m breit), auf dem wir die nächsten drei Tage verbringen werden, zusammen mit ca. 30 anderen Leuten und natürlich dem Staff. Nach dem Frühstück kamen dann auch gleich einige allgemeine Einweisungen und wir mussten unterschreiben, dass ProDive nicht haftet, wenn wir sterben, usw.. Danach bekamen wir ausführlich erklärt, wie eine Kotztüte zu benutzen ist (read the instructions carfully. It’s written really really small inside the bag). Dann fuhren wir auch schon los.
Die Kotztüte hat auch schnell ihre Verwendung gefunden, denn kaum waren wir auf hoher See, fing das kleine Schiff auch schon an extrem zu schaukeln. Uns wurden anfangs Übelkeitspillen empfohlen, die wir aber nicht zu uns nahmen, da wir dachten, dass wir nicht seekrank werden können, was sich aber als eine schlechte, sehr schlechte Idee herausstellte. Wir beide haben uns 3 Mal übergeben müssen bevor wir endlich unseren ersten Tauchspot erreichten.

Um Abwechslung beim Tauchen bieten zu können, waren insgesamt 11 Tauchgänge an jeweils vier verschiedenen Orten in den drei Tagen geplant. Der erste Tauchgang war direkt nach dem Anker setzen angesetzt. Nach kurzen verwirrenden Einweisungen wie wir Tauchen sollten – vom Anker aus 210° für 10m, dann 300° für 4m, 150° für 3m, 0° für 8m… – sollte es auch schon losgehen. Da die meisten jedoch nur Bahnhof verstanden, einigten wir uns darauf, dass der erste Tauchgang vom einem der Tauchlehrer geleitet wird. Somit mussten wir uns noch keine Gedanken über das Verschwimmen im großen Great Barrier Reef machen. Erstaunlicherweise erinnerten wir uns auch noch, wie genau das ganze Equipment zusammen zu schrauben war und somit konnten wir unseren ersten Tauchgang antreten und sobald wir im Wasser waren, war auch unsere Seekrankheit verschwunden.

Um 12 Uhr war Lunchtime. An Board hatten wir den wohl besten Koch bzw. den “best cake maker”, wie Jana ihn nannte, der Welt dabei (natürlich hinter unseren Müttern ;) ). Lunch wie auch Breakfast und Dinner waren immer sehr vielfältig und abwechslungsreich zubereitet. Danach ging es dann auch schon wieder tauchen, diesmal jedoch ungeführt und somit waren wir das erste Mal im Wasser nur auf uns gestellt. Anfangs versuchten wir noch den Gradzahlen zu folgen, wussten aber schon ziemlich schnell nicht mehr, wo wir waren und somit mussten wir im Laufe dieses Tauchganges ca. drei Mal auftauchen, um uns zu orientieren. Bei den anderen Tauchgängen haben wir uns dann unauffällig anderen Tauchbuddys angeschlossen, um nicht verloren zu gehen. Im Laufe der Zeit lernten wir aber auch selbst ein wenig mit dem Kompass umzugehen und uns selbst nicht zu verlieren.

Abends gab es auch noch einen Nachttauchgang, bei dem wir alle bunte Leuchtstäbe angeheftet bekamen und natürlich Taschenlampen. Im hellen Scheinwerferlicht des Bootes konnte man außerdem viele große Fische und Haie beobachten, die vom hellen Licht angezogen wurden. Abends lernten wir außerdem, wie man mithilfe von einer leeren Cornflakespackung und einem Besenstiel lustige Spiele spielen kann, die wahrscheinlich an Land nicht halb so lustig gewesen wären, da das Land ja nicht wackelt. Dann gingen wir auch schon schlafen, denn am nächsten Morgen war bereits um 7:30Uhr der nächste Tauchgang angesetzt, den wir beide trotzdem verschliefen =).

Die restliche Zeit verbrachten wir ziemlich ähnlich, nämlich mit Essen, Schlafen und Tauchen. Irgendwann hatten alle anderen Taucher Haie und Schildkröten gesehen, nur wir zwei nicht, am letzten Tag holten wir das jedoch nach und sahen auch die Schildkröten, die wir bereits auf Redang Island gerettet hatten (Green Turtle), am Great Barrier Reef beim Essen und einen Hai beim Schlafen. Wir sahen natürlich auch noch viele andere Fische und Korallen, von denen wir aber leider keinen genauer benennen können, außer dem Clownfisch, besser bekannt als Nemo.

Nach dem, natürlich wie immer vorzüglichen, Mittagessen am letzten Tag fuhren wir auch wieder zurück nach Cairns und da wir diesmal, dank Seasicknesspills bestens präpariert waren, kamen wir auch ohne weitere Kotzerei nach Cairns zurück, wo wir erfuhren, dass wir noch A$45 Reef Tax zu zahlen hatten, von der wir bis dahin noch nichts gewusst hatten. Dann wurden wir noch in unser Hostel gefahren, wo wir dann die nächsten zwei Tage damit verbrachten uns auszuruhen und uns einzureden, dass der Boden nicht wackelt, was gar nicht so einfach war, denn wir hatten ständig das Gefühl auf einem stark wackelnden Schiff zu sein.

Wahrscheinlich werden wir jetzt die nächsten 5 Jahre nicht mehr tauchen gehen, was wir ziemlich schade finden, weil besonders das schwerelose Dahingleiten und die nahezu scheulosen Fische ziemlich faszinierend (oder awesome, wie die Australier/Amerikaner sagen würden) sind. Nun ja, man kann im Leben nicht alles haben. Dafür werden wir ab morgen für einige Zeit keinen Cent mehr ausgeben, da wir in South Johnstone Wwoofen (Def.: s.o.) gehen.

We’re back!

Fast. Wir haben halb erfolgreich den Server gewechselt. Nicht ganz erfolgreich, da es bis dato, wie unschwer zu erkennen ist, nicht möglich ist Bilder via unserem offline Blogprogram hochzuladen. Neue Berichte stehen auch schon Schlange und warten nur darauf veröffentlich zu werden. Wir bemühen uns die Probleme so schnell wie möglich zu beheben.

UPDATE (22.10.09):
Ok, wir haben die letzten paar Berichte unserer Reise hochgeladen. Wie ihr feststellen werdet sind die Beiträge schon etwas älter, aber da wir hier in Australien kein kostenloses Internet zur Verfügung haben werden die Berichte in Zukunft wohl immer etwas zeitverschoben hochgeladen. 
Das Problem mit den Bildern lässt sich grad leider auch nicht beheben. D.h. Bilder in Beiträgen wird es in nächster Zeit nicht mehr geben. Wir werden mal einige von unseren 10 Mio. Bildern aussortieren und in unsere Bildersektion hochladen. =)

Bye-Bye Asia, hello Australia!

Nach 42 Tagen ist unsere Asienreise nun vorbei. In den 42 Tagen haben wir so viel erlebt und so viele neue Leute kennengelernt, dass wir es wohl in den nächsten 50 Jahren nicht vergessen werden.

Insgesamt haben wir etwas über 1000 Euro für unsere kleine Tour durch Malaysia und Singapur ausgegeben. Scheint auf den ersten Blick relativ viel, bedenkt man jedoch was wir alles für das Geld bekommen haben, ist es dann doch gar nicht mehr so viel.
Für 1000 Euro:

  • waren wir 1 Woche lang auf Redang-Island mit einem 350m langen Privat-Strand, bei welcher Gelegenheit wir auch gleich Schildkröten retten durften. Haben hierbei supertolle Leute kennengelernt, die wir im Nachhinein auch nochmal getroffen haben (KL und Singapur)
  • haben wir einen “Freiflug” von Kuala Lumpur nach Kota Kinabalu bekommen
  • haben wir erfolgreich den Open-Water-Tauchkurs absolviert
  • waren wir White-Water-Rafting im Padas River, welches eine Schwierigkeitsstufe von III/IV besaß
  • waren wir auf dem höchsten Berg Malaysias. Auch wenn wir ihn nicht komplett bezwingen konnten war es die Erfahrung wert
  • waren wir in Sepilok um die vom Aussterben bedrohten Orang-Utans zu sehen
  • durften wir uns durch extrem enge Berglöcher durchzwängen, nur um danach stundenlang Juckreiz von dem säurehaltigen Wasser zu bekommen
  • sind wir mit einem Boot durch den Singapore River gefahren
  • haben wir das wohl beste und zugleich auch billigste Essen der Welt bekommen
  • haben wir in den besten und auch hier günstigsten Jugendherbergen gelebt (Preise bewegten sich zwischen 4€-6€ für ein Bett im Gemeinschaftszimmer und 10€-18€ für ein Privatzimmer mit Doppelbett) und haben dabei sehr viele liebe und nette Menschen kennengelernt
  • und noch viele kleinere Dinge, die sich nicht lohnen hier erwähnt zu werden

Nun sitzen wir seit 2 Tagen in Brisbane und fragen uns warum wir überhaupt nach Australien gegangen sind. Eine Südostasien-Tour hätte uns wohl mehr gefallen, zumal wir extrem viel Geld gespart hätten. Bis jetzt will uns Australien noch nicht so richtig liegen. Wir sind hier im Base Central Brisbane, einer Jugendherbergskette ähnlich dem deutschen Jugendherbergswerk. Im Keller befindet sich eine Bar, in der jeden Tag ab 16Uhr eine Party stattfindet. Diese endet (leider) nicht vor 4Uhr morgens, was das Schlafen sehr erschwert, weil wir im 1. Stock schlafen und den ganzen Lärm von unten hören können. Und da wir gerade überhaupt nicht in Partystimmung sind und somit nur passiv teilnehmen (müssen), ist die Party in der Down Under Bar für uns nur suboptimal. Dieses Problem haben wir dank Martins Ohropax teilweise lösen können.
Morgen fängt unsere Australienreise dann im Grunde erst richtig an. Wir fliegen mit Qantas nach Cairns, von wo aus wir dann nach und nach mit unserem Greyhound-Ticket Richtung Süden, mit Sydney als Ziel, fahren werden. Das erste große Event, das in nächster Zeit ansteht, ist unsere Tauchtour am Great Barrier Reef für 3 Tage.

“Guck mal, ein fetter Igel!”

Genau genommen versuche ich jetzt 4 Tage in einen Blogeintrag zu packen. Damit ich dabei kein eigenes Buch schreibe versuche ich mich ziemlich kurz zu halten und das wichtigste und Interessanteste aus unseren 4 Tagen Singapur zu berichten. Eigentlich wollten wir ja eine ganze Woche dort bleiben, aber da jeder uns gesagt hatte, dass es dort sowieso nichts zu tun gibt, beschlossen wir mal wieder einen Flug zu verpassen (diesmal aber mit Absicht) und mit dem Nachtzug nach Singapur zu fahren. Abends, um 9:30 Uhr fuhr unser Zug los und morgens um 9 Uhr sollten wir ankommen.

Wir schliefen auch erstaunlich gut und als am nächsten Morgen alle ausstiegen, beschlossen wir ebenfalls den Zug zu verlassen. Wir wussten jedoch nicht, dass alle nur ausgestiegen sind um ihren Pass für die Einreise nach Singapur zu stempeln und danach weiterzufahren. Als wir dies herausgefunden hatten, hatten wir leider die Schranke schon passiert und standen am falschen Ende von Singapur, was zwar, da Singapur ein kleines Land ist, nicht allzu viel ist, aber trotzdem nicht zum laufen geeignet. Da wir keine andere Möglichkeit sahen, bestiegen wir ein Taxi und erreichten unser Betel Box Hostel, wo wir freundlich empfangen wurden und die Hälfte des Tages ersteinmal mit Schlafen verbrachten.

Als wir wieder aufgewacht waren und gefrühstückt hatten, wollten wir ein wenig zu Fuß die Gegend erkundigen und ein wenig einkaufen. Und somit liefen wir durch die Gegend, kauften etwas zum Essen, besichtigten den Strand und die Strandpromenade und stellten fest, dass ein Ipod (alte Edition) hier nur 83 Euro kostet und Dan Brown ein neues Buch herausgebracht hat. Abends erkundigten wir erstmals die Stadt mit den örtlichen Bussen, was in sofern ein Abenteuer ist, dass an den Haltestellen keine Namen dranstehen und diese auch nicht durchgesagt werden, deswegen wir immer Leute finden mussten, die uns an den richtigen Haltestellen Bescheid gaben. Außerdem geben die Busfahrer hier kein Rückgeld, weshalb wir ständig auf der Suche nach Münzen waren. Als wir das Haus verließen stellten wir außerdem fest, dass die Ganzen Bars um uns herum nicht nur Karaokebars, sondern Puffs waren und wir uns mitten im Rotlichtviertel von Singapur befanden.

Wir fanden dann auch auf Anhieb in die Stadt und machten auf dem Fluss einen River Cruise, von wo aus wir den Merlion, das Wahrzeichen von Singapur, und das größte Riesenrad der Welt erblickten. Danach kehrten wir ins Hostel zurück, wo wir noch einige Runden Carrom spielten.

Eigentlich wollten wir am darauffolgenden Tag einen größeren Ausflug unternehmen, aber weil eine gewisse Person verschlafen hat, lohnte sich das dann nicht mehr und wir beschlossen Badminton zu spielen, was uns ziemlich erschöpfte, obwohl wir nur drei Sätze spielten, woraus wir folgerten, dass es um unsere Kondition nicht zum Besten stand. Abends trafen wir uns dann mit Wei Yeng und Sor Luan, die wir beim Turtle Volunteer Program kennen gelernt hatten. Zusammen fuhren wir Bus und betrachteten viele Einkaufszentren, von denen die Müllergalerie nur träumen kann. Anschließend gingen wir lecker essen und danach liefen wir durch Little India. Die Inder feiern demnächst Deepavali, das ist ein Lichterfest, und somit waren die ganzen Straßen erleuchtet und es gab große Märkte überall. Wir ließen uns alle die Hände mit Henna bemalen, auch wenn wir lernten, dass Männer dies nur am Tage ihrer Hochzeit tun. Als wir dann noch einen Eistee getrunken hatten, mussten wir uns ziemlich beeilen, um den letzten Bus zu bekommen, schon allein weil wir gar nicht genau wussten, wo dieser abfuhr. Zum Glück bekamen wir ihn noch gerade so.

Am nächsten Morgen verschliefen wir sogar beide und deswegen unternahmen wir bis um 3 Uhr nichts mehr, denn da sollte die Campus Tour starten. Unser Hostel bietet freie Touren für alle Gäste an (meistens 4mal die Woche), aber leider stand in dem Zeitraum, in dem wir da waren nur die Campus Tour auf dem Programm, für die wir uns dann auch anmeldeten. Eine der Angestellten des Hostels und gleichzeitig Studentin an der Universität sollte uns rumführen. Zuerst fuhren wir ewig mit dem  Bus und als wir dann angekommen waren zeigte sie uns das Unigelände. Wir besichtigten Pissdetektoren im Aufzug, die Mensa, verschiedene Proberäume, einen kleinen Markt und die Wohnhäuser. Dazu erzählte sie uns ziemlich viel und besonders die vielen Zusatzangebote klingen ziemlich verlockend. Wer nicht teilnimmt, wird übrigens aus dem Wohnhaus rausgeschmissen. Dann besichtigten wir noch ein campusinternes Museum und eine befreundete Band von ihr gab extra für uns ein kleines Konzert im Proberaum, was ziemlich beeindruckend war. Danach gingen wir noch essen und der Rest der Gruppe wollte noch einige Bars aufsuchen,aber wir mussten leider weitergehen, weil wir schon Karten für die Nachtsafari gekauft hatten. Leider verpassten wir die letzte Show um 15 Minuten und fuhren somit mit einem kleinen Wagen durch das Gelände, auf dem viele Tiere scheinbar frei herumlaufen, denn es gibt kaum Zäune, aber stattdessen Gitter und Gräben. Wir sahen auch ziemlich viele Tiere, die meisten schliefen aber. Es gab sogar Elefanten und Löwen, aber auch hier keine Pandas:-(. Als Martin ein Stachelschwein erblickte rief er die aktuelle Überschrift des Beitrages aus: “Guck mal, Jana, ein fetter Igel!” Die Stachelschweine waren aber ziemlich friedlich veranlagt und fraßen nur und ließen sich auch nicht erschrecken und stellten ihre Stacheln nicht auf. Diesmal bekamen wir den letzten Bus leider nicht und mussten für das letzte Wegstück ein Taxi nehmen.

Am letzten Tag regnete es, aber wir ließen uns nicht beirren und stiegen in den Bus, um zur Insel Pulau Ubin zu fahren. Nach ziemlich langer Zeit kamen wir auch am Hafen an und nachdem wir mit einem gemütlichen Boot gefahren waren, kamen wir auch auf der Insel an. Dort mieteten wir ein Fahrrad und fuhren ein wenig herum und schafften es ziemlich schnell die ganze Insel abzufahren. Da das Wetter immer noch nicht so toll war verzichteten wir auf die Badetour und fuhren wieder ins Hostel zurück. Dort angekommen aßen wir noch Beef-Noodle-Soup zum Abendessen und machten uns dann auf den Weg Asien endgültig zu verlassen, denn abends um 11:30 Uhr sollte unser Flugzeug gehen.

Sunway City

Nachdem die letzten Tage ein bisschen easy-going waren, wollten wir heute mal wieder etwas unternehmen und wir besuchten Sunway City, vor allem, weil es da einen großen Water Theme Park (Sunway Lagoon) hat.

Zuerst war natürlich mal wieder die Anreise mit dem ÖPNV, die wir souverän meisterten. Nach 20Min Fußmarsch erreichten wir dann Sunway City, von wo wir den Shuttlebus zu den Theme Parks nahmen. Dort gab es 5 verschiedene Themeparks, die alle unterschiedliche Eintrittspreise hatten. Da es nicht möglich war nur in den Water Park zu gehen, kauften wir ein Ticket für den Water Park und den Amusement Park, wofür wir ein blaues Eintrittsband erhielten. Der Park ähnelte ein bisschen, den uns bekannten Freizeitparks, bis auf die Tatsache, dass er in verschiedene Parks unterteilt war. Weil uns schon wieder sehr heiß war, steuerten wir als ersten den Wasserteil an, wo wir als erstes die verschiedenen Wasserrutschen ausprobierten, von denen es ziemlich viele verschiedene und schnelle gab, aber die meisten mit großen Reifen und auch eine, auf der man mit Gummimatten rutschte. Als wir dann ein bisschen erschöpft waren ließen wir uns im Fluss treiben, der um alles herumführte und testeten den künstlich angelegten Sandstrand, der anscheinend gelegentlich Wellen ausspuckte, auf denen man Surfen konnte.

Nach der Mittagspause gingen wir noch eine Runde Gummimattenrutschen (bei den anderen musste man zu lange anstehen) und zogen uns danach um, um noch den Amusement Park zu erkunden. Nachdem wir die erste “Attraktion”, die Überquerung der längsten Hängebrücke der Welt, überwunden hatten, waren wir leider wieder am Arsch der Welt und mussten um die halbe Welt laufen, um wieder zurück zum Amusement-Park zu gelangen. So wie es den Anschein hatte, waren wir zwei so ziemlich die einzigen im ganzen Park und somit rutschten wir die Wasserrutsche, gingen River Rafting und fuhren die Niagara Falls herunter, bis wir wieder nass waren. Zum Abschluss testeten wir noch die ziemlich lahme Achterbahn und fuhren einige Runden im Riesenrad, das nur für uns fuhr.

Danach nahmen wir wieder den Shuttlebus und wollten noch zur Sunway Pyramid, einer Einkaufsmall (ein Sphinx-Imitat gabs übrigens auch). Zuerst gingen wir fälschlicherweise in das Pyramid Hotel, doch dann fanden wir auch das Einkaufszentrum, das ziemlich snobbig und teuer war, weshalb wir nichts kauften. Dort fanden wir sogar einen Optiker, der Janas Brille umsonst wieder geradebog und eine Eishalle! Erstaunlicherweise fuhren die Leute gar nicht schlecht, obwohl dies bestimmt die einzige Eishalle in ganz Malaysia ist.

Auf dem Rückweg machten wir noch einen Stop bei der Haltestelle Imbi, um den besten Lime Juice der Welt zu trinken und nebenbei noch Abend zu essen.

Autoschlüssel vergessen? – Rufen Sie den Inder bzw. durch KL mit Rachel

Wir waren die letzten zwei Tage mit der Freundin von Martins Bruder, Rachel, unterwegs. Am Samstag war vorgesehen, dass wir uns vormittags vor dem Times Square, einer rießigen Mall in KL, treffen um zusammen zu Mittag zu essen. Da wir beide schlauerweise unser Handy im Hostel vergessen hatten gab es kleine Probleme beim Treffen. Wir warteten 30 Minuten vor dem Times Square und waren grad dabei wieder zu gehen, als wir Rachel im Auto 10m weiter auf dem Parkplatz wartend sahen. Zusammen sind wir dann chinesisch Essen gegangen. Das Essen war einfach nur traumhaft. Im Grunde hatten wir nur Reis mit Hühnchen und Schweinefleisch, aber nachdem unser Gaumen schon so dermaßen “zerstört” wurde von Instant Noodles, war dies für uns wohl eines der leckersten Gerichte, die wir bis dato auf unserer Reise zu uns genommen haben. Nach dem Mittagessen ging es für uns zurück ins Hostel um uns etwas zu erholen bevor es um 16Uhr dann weiterging.
Um 16 Uhr holte uns Rachel an der Jaman Taya Haltestelle ab.

Nachdem wir noch zwei Freundinnen von ihr abgeholt hatten, fuhren wir eine Ewigkeit durch die Pampa, zu dem Ort, an dem es Glühwürmchen gab, dessen Namen wir leider schon vergessen haben. Auf dem Weg dorthin lernten wir, dass Deutsch wie ein bellender Hund klingt, Knödel eklig sind und man doch nicht zweimal am Tag Brot essen kann. Wir fanden den Ort auf Anhieb, aber da es noch hell war gingen wir erst noch in ein Restaurant zum Essen. Dort aßen wir Muschelsuppe, Buttershrimps und Krabbe, bis auf Jana, die gebratenen Hühnerreis gegessen hat, aber wenigstens alles mal probiert hat.

Nach dem Abendessen gingen wir wieder zurück zu den Glühwürmchen und zahlten RM10, damit wir eine Bootsfahrt machen konnten, um von da aus die Glühwürmchen in der Uferböschung bewundern zu können. Leider ging die Bootsfahrt nur 20 Minuten, wir haben jedoch jede Menge Glühwürmchen gesehen, die in fast jedem Busch sitzen und diesen erstrahlen lassen wie einen Weihnachtsbaum und die ganze Zeit blinken. Leider konnten wir diesen Moment nicht mit unserer Kamera einfangen, da es für unsere Fotos zu dunkel war.

Als wir uns dann schon ganz weihnachtlich fühlten fuhren wir zurück nach KL und gingen noch auf das Mooncake-Fest, das unter anderem im buddhistischen Tempel gefeiert wurde. Es gibt zwei verschiedene Legenden weshalb das Mooncake-Fest gefeiert, die beide sehr bizarr waren, weshalb wir uns auch nicht mehr so richtig erinnern können. Auf jeden Fall war der Tempel übervölkert mit Menschen und vor allem Kinder, die Kerzen auf den Boden stellten und Knallerbsen durch die Gegend warfen. Obwohl wir schon mal mit Q-Pei und Hoe in dem Tempel waren, gingen wir nochmal hinein, befragten erneut die Gebetsmühlen, bewunderten die Mondlaternen und die ganzen Schildkröten im Tümpel hinter dem Tempel. Mondkuchen probierten wir leider keinen, dafür irgendwelche anderen Süßigkeiten.

Eigentlich hätten wir jetzt innerhalb von 10 Minuten im Hostel sein können, aber aufgrund von einer Fernsehübertragung aus den Straßen von Kuala Lumpur (anlässlich des Mooncake-Fests), waren die Straßen teilweise gesperrt und es kam zu einem fürchterlichen Verkehrsstau und wir brauchten für 100m circa 45 Minuten. So ging dann der Tag ziemlich spät zu Ende und begann am nächsten Morgen früh, als uns Rachel um 9 an der Monorailstation abholte. Dann fuhren wir zu den Batu Caves, wo wir Caven gehen sollten. Wir hatten, wie uns empfohlen worden war, uns auf kriechen und dreckig werden eingestellt, und teilweise sogar lange Klamotten an, hatten aber dennoch keine Ahnung, was uns erwarten sollte.

Als erstes vergaß Rachel jedoch den Autoschlüssel im Auto, aber zum Glück(?!) waren sofort jede Menge hilfsbereiter Inder zur Stelle, die fast ohne Aufforderung anfingen das Auto aufzuhebeln und Gummidichtungen herauszuziehen. Leider ging das Auto danach immer noch nicht auf und so rief Rachel ihren Vater an, er solle mit dem Zweitschlüssel vorbeikommen, jedoch erst in 2 Stunden. Zuerst bestiegen wir nämlich die 5 Milliarden Stufen auf dem Weg zu den Batu Caves. Ein Teil der Höhle ist ein hinduistischer Tempel und somit waren auch jede Menge Gläubige und Touristen auf dem Weg zu den Höhlen. Auf den Treppenstufen sitzen außerdem jede Menge Affen, die hier gefüttert werden und deswegen da bleiben. Vor den Treppen steht zusätzlich noch eine riesige, golden farbige Hindu-Statue. Viele Einwohner hier behaupten die komplette Statue bestehe aus Gold, was aber bei einer geschätzten Höhe von 80m relativ unwahrscheinlich ist.

Als wir dann oben waren, trafen wir unseren Höhlenführer und die restliche Truppe, die mit uns in die Höhle vordringen sollte. Als erstes erhielten wir Helmlampen und Gummistiefel und nach einer kurzen Einweisung ging’s auch schon los. Die erste halbe Stunde absolvierten wir den “Educational-Part” und lernten über Steinsorten und Tiere in der Höhle(gaaaaaaanz viele Fledermäuse und Kakerlaken). Außerdem sahen wir noch eine Schlange, einen giftigen Tausendfüßler und jede Menge Steinformationen, die man nicht anfassen darf.

Dann sahen wir plötzlich einen kleinen Seitentunnel mit einem Miniloch und uns wurde eröffnet, das wir da jetzt durchgehen. Nach einer kurzen Kriecheinweisung wurde uns eröffnet, dass die Kriechstrecke 70m lang sein wird und dass das Wasser, das auf dem Boden liegt, mineralisch ist und nach einer Weile ziemlich jucken wird. Wie genau wir durch die ganzen Löcher durchgekommen sind wissen wir eigentlich auch nicht so genau, aber auch Leute, die größer waren als wir kamen hindurch. Als krönender Abschluss stand dann noch eine kleine Klettertour und eine Seewaterei auf dem Programm. Durch und durch dreckig, nass und am ganzen Körper juckend stiegen wir dann die Stufen wieder hinunter, wo Rachels Vater mit dem Autoschlüssel wartete. Als erstes holten wir unsere Wechselklamotten aus dem Kofferraum und gingen erst einmal ausführlich duschen.

Wieder sauber bestiegen wir das Auto und fuhren zurück nach KL, wo wir bei irgendeinem Inder essen gingen, dessen Namen wir leider auch schon vergessen haben. Dort gab es Banana Leaf Rice: Jeder bekam ein Bananenblatt als Teller, auf das Reis und verschiedene, scharfe Gemüsesorten geschaufelt wurde. Dazu konnte man selbst noch nach belieben verschiedene Currysaucen drüberschütten. Auch dieses Essen gehört zu den besten unserer Reise, auch wenn es etwas scharf war.

Todmüde und ziemlich fertig wurden wir wieder bei unserem Hostel rausgeworfen, wo wir ersteinmal einen ausgeprägten Mittagsschlaf machten. Das waren dann unsere zwei erlebnisreichen Tage mit Rachel!

Bei den Männern des Waldes

Nein, wir waren nicht bei den Ureinwohnern von Malaysia, wie ihr jetzt, aufgrund der Überschrift vielleicht denkt. Wir waren nämlich bei den Orang-Utans, was übersetzt Männer des Waldes bedeutet. Da das Orang-Utan Rehabilitation Centre am anderen Ende von Borneo liegt, mussten wir die Strecke mit dem Reisebus überwinden, was 6 Stunden dauerte. Doch schon das Kaufen eines Tickets stellte sich als Abenteuer heraus. Wir standen mal wieder sehr früh auf (5:30 Uhr) und begaben uns mit dem Taxi zur Inanam Bus Station. Als wir dort ankamen durften wir nicht einmal aus dem Taxi aussteigen, denn wir hatten jetzt schon eine Menschentraube aus ca. 20 Menschen um uns herum, die uns fragten, wo wir hinwollten und natürlich alle die beste Busgesellschaft anzubieten hatten. Wir hatten aber gar nicht die Möglichkeit uns eine Busgesellschaft auszusuchen, weil wir plötzlich einfach gegen einen Schalter gedrückt wurden und wahrscheinlich auch nicht mehr weggekommen wären ohne dort ein Ticket zu kaufen, was wir dann auch machten. Plötzlich waren wir uninteressant und durften in unseren klimatisierten Reisebus einsteigen, wo wir dann 6 Stunden später (wer hätt’s gedacht) wieder ausgestiegen sind, beziehungsweise an irgendeiner Straßenkreuzung rausgeschmissen wurden. Dort stand sogar seltsamerweise ein Minibus bereit, der uns abholte und uns zu unserem Hostel, dem Paganakan fuhr, das einfach nur das schönste Hostel in ganz Borneo ist, inklusive dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis (Rm30 pro Nacht).

  Schlafkabine   Luxury Häuser Sunbathing Chillout-Area

Kurz nachdem wir angekommen sind fuhren wir auch mit dem regionalen Bus (ohne Air-Con) weiter. Da uns Anton, der Besitzer von Paganakan, erklärt hatte wie man anhand der Kreisverkehre abließt wo man ist, stiegen wir auch an der richtigen Stelle wieder aus, denn wir wollten zu Mittag essen und ein paar Sachen einkaufen (zum Beispiel hat Jana schon wieder keine FlipFlops mehr, weil die alten noch in der North Borneo Cabin stehen). Außerdem gibt es hier keine Bushaltestellen, sondern wer zusteigen will winkt einfach und wer aussteigen will drückt auf die Hupe. Dadurch wird der Bus aber sehr langsam. Nachdem wir uns dann 2 Stunden lang im “Giant”-Einkaufszentrum verlaufen hatten, schafften wir es sogar wieder in den richtigen Bus zur Rückfahrt einzusteigen (seltsamerweise billiger als auf der Hinfahrt) und dank Kreisverkehrzählens stiegen wir auch rechtzeitig wieder aus. Leider hatten wir unseren Pick-Up um mehr als eine halbe Stunde verpasst und es wurde schon dunkel. Also blieb uns nichts anderes übrig als zu laufen. 3km bei Dunkelheit durch den Regenwald mit ständig abzweigenden Wegen ist nicht zu verachten, aber wir kamen lebend und ohne uns verirrt zu haben wieder im Hostel an, wo es dann zum Abendessen sogar Burger mit Pommes für RM8 gab.

Jana spielt mit einem Krokodil

Am nächsten Morgen gingen wir dann ins Sepilok Orang-Utan Rehabilitation Centre, wo kranke oder verwaiste Orang-Utans wieder aufgepäppelt werden und danach wieder ausgewildert werden. Einige der Orang-Utans leben halbwild im Wald um das Centre herum und lassen sich 2 Mal täglich bei der Fütterung auch bereitwillig von Touristen anstarren, was wir dann auch als erstes machten. Um zur Fütterungsplattform zu kommen muss man erst einmal ein Stück in den Urwald hineinlaufen und schon auf dem Weg dorthin saß ein Orang-Utan fast auf unserem Weg und ließ sich nicht davon beirren, dass wir 2m neben ihm vorbeiliefen. Bei der Fütterung waren dann etwa 8 Orang-Utans, die hauptsächlich mit Bananen gefüttert wurden. Auch einige Makaken waren anwesend, die Futter schnorren wollten. Nachdem die Affen dann noch einige Runden schwangen verschwanden sie langsam wieder im Urwald.

 Fütterungszeit Ich hab Banane, du nicht! Guck nicht so blöd! Bäh!  Waaaas hash gsagt?

Danach schauten wir noch einen Film über die Arbeit im Centre an und besuchten die Austellung. Danach gingen wir ins 1,8km entfernte Rainforest Discovery Centre, wo es hauptsächlich heiß war und wir haben keinerlei Tiere gesehen und sind nur durch den Regenwald gelaufen und haben geschwitzt wie blöd. Immerhin waren wir auf zwei Aussichtstürmen und auf einer Hängebrücke und der Ausstellungsraum war klimatisiert, was uns dazu brachte uns ein wenig länger dort aufzuhalten und Ausmalbilder für Kinder anzumalen. Dann machten wir uns wieder auf den Weg durch die Hitze zurück zu den Orang-Utans, zum Glück trafen wir unterwegs Anton mit dem Auto der uns vor dem Hitzetod bewahrte und das letzte Stück Weg fuhr. Nachdem wir dann die zweite Fütterung angeschaut hatten kehrten wir zurück ins Hostel und zur Dusche.

Yummy Yummy

Abends belegten wir dann die Küche des zum Hostel gehörigen Restaurants und kochten zur Feier des Tages eine Kartoffel-Pasta-Suppe, die ziemlich gut war. Außerdem lernten wir die sehr nette Köchin kennen, die uns allerlei Dinge aus ihrer Küche probieren ließ. Am nächsten Morgen mussten wir dieses wunderbare Hostel leider schon wieder verlassen, aber wir wurden noch zur Hauptstraße gefahren, von wo uns ein Reisebus mitnehmen sollte, der einige Einschusslöcher hatte, die mit Pappe überklebt waren. Auf dem Rückweg war die Fahrt seltsamerweise RM3 teurer, dafür war das Taxi, das uns zur North Borneo Cabin brachte auf der Rückfahrt RM5 billiger als auf dem Hinweg.

BestesHostel in Borneo!

Reich, Reicher, Le Meridien

Wir waren heute im wohl teuersten Hotel in ganz Sabah, im “Le Meridien”. Laut Lonely Planet kostet hier ein Zimmer pro Nacht zwischen RM800 und RM1200 – entspricht 160€ – 240€. Für ein fünf Sterne Hotel ist das wohl relativ günstig. Nein, wir haben dort nicht geschlafen, sondern nur zwei Freunde besucht, die wir beim Bergsteigen getroffen haben. Eigentlich wollten wir den dortigen Pool austesten, aber wegen “Komplikationen beim Frisör” (nein, diesmal war’s Janas Schuld), sind wir zu spät angekommen um noch in den Pool zu springen.

Extrem underdressed sind wir dann ins Hotel gelaufen. Zu unserem Erstaunen wurden wir gar nicht so schräg angeschaut wie erwartet. Der Rezeptionist wollte uns die Nummer von unseren Freunden nicht geben, sondern reichte uns nur das Telefon mit der wir dann im Zimmer anrufen durften. Nachdem wir abgeklärt haben in welchem Zimmer sie sich befinden sind wir mit dem Aufzug – nein, hier gibt es keine Treppen, zumindest keine, die der Gast benutzen kann/darf – in den 4. Stock gefahren. Und wenn wir schon beim Thema underdressed sind, wir haben im Aufzug eine ganze Familie in Badeklamotten getroffen. Jetzt soll einer noch sagen, dass wir mit unseren Shorts und T-Shirts underdressed waren. Wie dem auch sei. Als wir im 4.Stock ankamen waren wir extrem von der Innenarchitektur und der unglaublichen Ausblick auf’s Meer beeindruckt. Man muss bedenken, dass wir zum einen fünf Sterne Hotels natürlich nicht gewohnt sind, zum anderen die letzten 4 Wochen in mehr oder weniger heruntergekommenen Jugendherbergen leben.

Im Zimmer 420 angekommen waren wir noch mehr beeindruckt von den rieeeßigen Betten, der eigenen Dusche mit Badewanne, dem eigenen Bügeleisen und wieder dem traumhaften Ausblick. Leicht neidisch sind wir dann Richtung Bar gelaufen, da Sai und Janita uns beide auf ein Getränk einladen wollten. Die Getränkekarte hat uns auch ein wenig umgehauen. Normalerweise gehen wir für maximal RM3 trinken. Diese Getränkekarte find jedoch erst bei RM20 an. Wir bestellten jeweils einen Banana Smoothie und einen Flamingo Smoothie (irgendein Mix von versch. Früchten) für jeweils RM24. Obwohl das umgerechnet nur etwa 5 Euro sind, würden wir uns sowas niemals selber kaufen. In der Bar lernten wir dann auch Henry kennen, ein 22 jähriger Schwede, der gerade mit seinem Studium fertig geworden ist (hat uns ein wenig an einen gewissen C.-V. L. erinnert, ziemlich snobbig). Zu unseren Getränken wollten wir eigentlich noch was zu Knabbern bestellen. Wir bestellten Chips und bekamen… wie nicht anders erwartet, French Fries bzw. Pommes Frites. Seit wann steht denn Chips international für Pommes?! Naja, die Pommes waren trotzdem ganz lecker, obwohl sie in Tassen serviert wurden. Die meiste Zeit wurde eigentlich nur geredet, ziemlich interessant, was besonders Janita in ihrem ganzen Leben so erlebt hat (sie ist zum Beispiel bis sie 13 Jahre alt war nicht in die Schule gegangen, und jetzt ist sie eine Topanwältin). Außerdem versuchte Janita Henry davon zu überzeugen, dass sein Lebensstil der Falsche sei und er im Großen und Ganzen seinen Urlaub auch wie ein Backpacker gestalten soll und dadurch mehr Freude im Leben hat. Er war nicht so ganz überzeugt davon…

Henry, Janita, Martin, Jana (Sai macht das Foto)

Später am Abend sind wir auf den berühmt berüchtigten Night Market gegangen. Dieser stellte sich jedoch als sehr langweilig und einseitig heraus. Wie auch sonst überall in Malaysia wird auf dem hiesigen Night Market Schmuck und diverse nachgeahmte Ware verkauft. Zudem schliesst dieser sog. Night Market schon gegen 21 Uhr. Nach der fast tränenreichen Verabschiedung sind wir zurück zu unserem Hostel gelaufen. Unterwegs fing es jedoch an extrem zu Stürmen und letztendlich auch zu Regnen. Wir suchten in einem Polizeirevier Unterschlupf. Nach 15-minütigem Warten entschlossen wir ein Taxi zu rufen. Da der Polizist am Schalter kein Englisch geredet hat und wir leider auch keine Taxinummer parat hatten, fragten wir einen Polizisten, der draußen im Regen gerade Wache hielt. Dieser war so nett und fuhr uns zurück in unser Hostel, das eigentlich nur etwa 200m weiter weg war.

Neuer Reisepartner, kochen und Karaoke

Seit gestern Mittag habe ich (Jana) einen neuen Reisepartner. Warum genau weiß ich auch nicht so genau, denn eigentlich war ich mit dem alten ganz zufrieden. Auf jeden Fall ist Martin gestern zum Frisör gegangen, aber irgendwie nicht mehr rausgekommen. Stattdessen hat er einen braunhaarigen Typen rausgeschickt, der aber glücklicherweise so nett ist wie Martin und er behauptet sogar auch Martin zu heißen.

Stierer Blick von hinten

Im Anschluss wollten wir gestern einmal Kartoffelsalat machen, weil uns beim Gedanken an Kartoffelsalat seit Wochen das Wasser im Mund zusammenläuft. Dazu kauften wir 2 Kilo Kartoffeln für RM7 (1,40€), 3 Zwiebeln für RM1 (0,20€), Fleischbrühe (sogar vom Rind) für RM2,50 (0,50€) und Salz für RM1,85 (0,38€). Essig, Öl und Pfeffer gab es schon im Hostel. Da es leider weder einen Herd, noch einen Topf oder eine Schüssel gab, verwendeten wir sowohl fürs Kartoffeln kochen, als auch fürs anmachen den Reiskocher. Nicht ganz ohne Stolz können wir sagen, dass unser Ergebnis ziemlich bombastisch geworden ist und besonders die deutschen/schweizer Hostelbewohner waren erfreut und wir hatten ja genug gemacht =).

Die Rezeptionistinnen

Am Abend war dann geplant mit drei Deutschen, zwei Franzosen, den zwei Angestellten im Hostel und einer Freundin von denen in eine Karaokebar zu gehen, die fast um die Ecke war. Das erste was uns aufgefallen ist, war, dass die Getränkepreise einfach nur gigantisch sind. Geht man tagsüber irgendwo etwas trinken zahlt man nicht mehr als RM2, hier fing die Karte erst bei RM7 an und ging bis fast RM300 (eine Flasche Likör). Nur Wasser gab’s für RM3,50. Außerdem standen drei mehr oder weniger talentierte Sängerinnen am Klavier und haben uralte Karaokehits gesungen (gelegentlich auch etwas neuere). Später konnte man sich dann aus einem dicken Buch Songs wünschen (auf Malay und Englisch) und diese wurden dann gespielt und der Wünscher bekam ein Mikrofon und durfte/musste singen. Obwohl wir uns “Summer of 69” gewünscht hatten, wurde es nie gespielt und somit kamen wir leider nicht in den Genuss zu singen. Ansonsten war es aber ziemlich lustig und wir glauben, dass wir ziemlich oft eingeladen wurden, auch wenn wir nicht so ganz den Durchblick haben. Um drei sind wir dann wieder zurück ins Hostel gegangen und ein Teil der Gruppe ist noch weitergezogen (in eine Schwulenbar). Leicht beschwipst und todmüde sind wir dann ins Bett gefallen.

 Die Crew

Wie wir den Mount Kinabalu bezwangen

Start!

Es ist 5:30 Uhr morgens und langsam geht (wie eigentlich jeden Tag) die Sonne auf. Nur sind wir diesmal ganz woanders. Nämlich auf der Spitze des 4095 Meter hohen Mount Kinabalu, der übrigens der höchste Berg Malaysias ist. Wir sehen ein prachtvolles Farbenspiel in allen möglichen Variationen von rot, orange und blau, die mit dem kahlen Fels harmonieren. Es wird ein wolkenloser Tag werden.

An dieser Stelle sollte jetzt eigentlich ein Bild vom Sonnenaufgang kommen, das wir aber leider nicht haben und stattdessen kommt jetzt die wahre Geschichte, nämlich wie der Berg uns bezwang…

Damit wir nicht gleich am ersten Wandertag in fürchterlichen Stress kommen, hatten wir geplant schon einen Tag früher die circa zweistündige Autofahrt zurückzulegen und dann in der Nähe des Nationalparks zu übernachten. Man kann auch im Nationalpark übernachten, wo es aber unverhältnismäßig teurer ist, weshalb wir schon im Voraus geplant hatten in der Mountain Lodge zu übernachten, die laut Beschreibung 1,8 km vom Parkeingang entfernt war. Mit dem Minibus fuhren wir dann den Berg hoch und es wurde merklich kühler, als uns der Fahrer neben einem Schild mit “Mountain Lodge 0,8km” rauswarf. Mit unserem Gepäck begaben wir uns in die angezeigte Richtung, die, so unser Eindruck, ins Nichts führte. Wir gingen über einen Hügel, wo wir dann auch ein Haus fanden, in dem sogar Menschen wohnten, die uns aber noch weiter den Berg hochschickten. Wir liefen noch ein Stück weiter durch den Urwald, bis uns irgendwann ein Haufen bellender Hunde den Weg versperrten, bis, nach einer gefühlten Ewigkeit, die mutmaßliche Besitzerin der Hunde diese wegrief. Wir setzten unseren Weg fort und uns kamen starke Zweifel, ob hier überhaupt eine Lodge sein würde. Als wir mit unseren Kräften schon fast am Ende waren erreichten wir ein großes, altes und ein wenig mystisches (oder auch gruseliges) Haus, dass sich als die Mountain Lodge herausstellte. Ein Stück weiter unten wohnte der Hausverwalter und seine Familie in einer kleinen Wallblechhütte, die leider kein Wort Englisch sprachen und wir haben starke Zweifel, ob der Sohn überhaupt zur Schule geht. Wie sich herausstellte waren wir die einzigen Gäste und außerdem die ersten seit 4 Tagen. Eigentlich wollten wir an dieser Stelle schon bloggen, aber wie das eben so war, gab’s hier weder Internet noch funktionierende Steckdosen.

Mountain Lodge

Nachdem wir dann unsere obligatorischen Instantnudeln gegessen hatten und den Sonnenuntergang beobachtet hatten, gingen wir auch früh schlafen, denn so ganz wohl fühlten wir uns nicht, so ganz alleine, in dem großen Haus, mit weit und breit niemanden außer eine Unmenge an Motten und Bäumen.

Sonnenuntergang vom Balkon

Karte vom Mt.

Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf zum Nationalpark, nachdem wir es geschafft hatten, dem Hausverwalter mitzuteilen, dass wir ein Taxi benötigten. Dort angekommen deponierten wir unsere Backpacks, erhielten unsere Besteigungserlaubnis (eine Plastikkarte, die wir um den Hals hängten), unsere Lunchpakete und zuletzt unseren Mountain Guide namens Rashid Yussuf. Dann fuhren wir mit einem Minibus zum Timpohon Gate, wo die Wandertour um Punkt 9 Uhr begann. Bis zum Basiscamp waren 1800 Höhenmeter und 6km zu überwinden (ergibt eine durchschnittliche Steigung von 18°), was unser Tagesziel darstellte.

Mt. Kinabalu

Die erste Hälfte der Strecke ging relativ gut und wir überwanden unzählige Stufen (die teilweise einen halben Meter hoch waren) und stiegen langsam immer höher. Gelegentlich gibt es Rasthütten, wo es auch Toiletten und ziemlich freche Eichhörnchen gibt. Circa nach der Hälfte der Strecke spürten wir zum einen, dass langsam ein Pullover notwendig wurde und zum anderen, dass unsere Kräfte schwanden, was sich bei Martin in Wadenkrämpfen äußerte, was wir mit Fake-Tigerbalsam bekämpften. Für die zweite Hälfte der Strecke brauchten wir dann ungefähr dreimal so lange und mir mussten immer öfter Pausen machen, zuletzt alle 20 Meter. Um uns herum änderte sich die Vegetation und wurde immer spärlicher bis zuletzt nur noch verkrüppeltes Gebüsch auf kahlem Fels stand. Das letzte Stück Weg gingen wir mit einer sehr netten Pakistanerin aus London, deren Fitness ungefähr der unsrigen entsprach. An uns vorbei zogen eine Unmenge an Trägern, die ganze Gastanks den Berg hochtrugen und anscheinend nie Pause machten.

Träger

Gegen 15 Uhr erreichten wir dann das Laban Rata Resthouse und somit das Basislager. Dort erhielten wir unser Zimmer, das wir mit einem muslimischen Ehepaar aus Kuala Lumpur teilten und es gab sogar heiße Duschen, für die man allerdings anstehen musste. Nach dem Abendessen und einem weiteren Versuch die schmerzenden Muskeln mit Tigerbalsam zu bekämpfen, versuchten wir früh schlafen zu gehen, was aber nicht so einfach war, da wir aufgrund von Kälte und immer stärker schmerzenden Beinen nur sehr schlecht, beziehungsweise gar nicht schlafen konnten.

Fast am Basiscamp!

Nachts um zwei hieß es dann schon wieder aufstehen und kurzfristig fühlten wir uns sogar ziemlich fit und dachten, dass wir die letzte Etappe auch noch meistern würden. Nachdem wir dann so ziemlich unseren ganzen Kleiderschrank angezogen hatten und ein kurzes Frühstück eingenommen hatten, wagten wir uns mit unserem Guide in die stürmende, kalte Dunkelheit. Wir gingen als eine der ersten los, damit auch wir genug Zeit hätten den Gipfel noch vor Sonnenaufgang zu erreichen. Wir begannen mit dem immer steiler werdenden Anstieg und merkten schnell wie uns die Kraft aus dem ganzen Körper gesogen wurde. Nach etwa 30 Minuten und knappen 300 Höhenmeter mussten wir den Kampf gegen die Schmerzen, die Übelkeit (wohl bedingt durch Schlafmangel oder vielleicht auch die dünne Luft) und den Berg aufgeben. Etwas peinlich war es schon, als wir dann nach einer kurzen Pause den Berg wieder runterliefen und an allen anderen Bergsteigern in entgegengesetzter Richtung vorbeikamen. Zur Rettung unserer Ehre muss aber gesagt werden, dass es nicht alle geschafft haben. Während wir nochmal ins Bett gegangen sind haben die anderen eine ziemlich beschissene Aussicht auf einen noch beschisseneren Sonnenaufgang erlebt, weil man anscheinend nichts gesehen hat außer einer großen, fetten Wolke.

Nach einem kurzen Frühstück (oder auch nicht, Jana war es immer noch schlecht) machten wir uns dann an den Abstieg, der erstaunlich gut, schnell und relativ schmerzlos war. Nach ziemlich genau 3,5 Stunden waren wir wieder am Basislager, wo es noch ein Lunchbüffet, sogar mit Pasta und Tomatensauce gab. Nachdem wir dann noch ein Zertifikat über unsere nicht gelungene Bergbesteigung (war aber billiger, als wenn wir’s geschafft hätten) erhalten und unsere Backpacks zurückerhalten hatten, teilten wir mit einer Pakistanerin und einer Inderin aus London, einem Bergsteiger aus Indonesien und zwei anderen einen Minibus, der seltsamerweise teurer war als auf dem Hinweg. Wieder in Kota Kinabalu angekommen, halfen wir den zwei Engländerinnen noch beim Zurechtfinden (sie waren noch nie in der Stadt), gingen möglichst schell duschen und versuchen seitdem uns so wenig zu bewegen wie möglich. Trotzdem ist momentan jede Treppenstufe ein Abenteuer, das vorher wohlüberlegt sein muss und unser Laufstil ähnelt eher dem eines Roboters.

Waaah! Ich kotz gleich!

Aber der Plan steht fest: Irgendwann in den nächsten 30 Jahren kommen wir wieder und dann besteigen wir den blöden Berg!