Wir berichten hier live vom Tauchboot von ProDive Cairns direkt vom Great Barrier Reef. Vielleicht auch nicht ganz so live, weil wir den Beitrag erst später hochladen können. Vor zwei Tagen sind wir um 12 Uhr in Cairns angelangt und schon der Vergleich von Cairns mit Brisbane ist lächerlich, weil Cairns aus einer Ansammlung einstöckiger Häuser mitten im Nichts besteht. Abgesehen davon ist Cairns sehr schön und auch unser Hostel, in dem wir eine Nacht geschlafen haben, bietet alles, was man sich nur wünschen kann und gibt noch ein paar kakerlakenähnliche Tiere obendrauf, die wir dann gestern erstmal erlegten, was gar nicht so einfach war, da unser Exemplar ziemlich schnell war. Danach hatten wir gleich unser nächstes Erfolgserlebnis, da wir unsere erst Wwoof-Gastfamilie gefunden haben. Diese nimmt uns zwei Tage nach dem Tauchtrip auf und holt uns direkt von der Greyhound-Route in Innisfail ab. Für alle dies noch nicht wissen: Wwoof steht für Willing workers on organic farms und im Prinzip bedeutet das, dass eine Farmerfamilie zwischen einem und drei Wwoofern in ihre Familie aufnimmt, sie bei sich schlafen und essen lässt und ihnen ein wenig die Umgebung zeigt. Im Austausch dafür arbeiten die Wwoofer circa 5 Stunden am Tag mit und erledigen einfache Arbeiten, die zu tun sind.
Aber nun zurück zum Tauchen: Gestern morgen wurden wir um 6:15Uhr von ProDive abgeholt und dann ging es schon direkt auf unser kleines Schiff (24m lang, ~7m breit), auf dem wir die nächsten drei Tage verbringen werden, zusammen mit ca. 30 anderen Leuten und natürlich dem Staff. Nach dem Frühstück kamen dann auch gleich einige allgemeine Einweisungen und wir mussten unterschreiben, dass ProDive nicht haftet, wenn wir sterben, usw.. Danach bekamen wir ausführlich erklärt, wie eine Kotztüte zu benutzen ist (read the instructions carfully. It’s written really really small inside the bag). Dann fuhren wir auch schon los.
Die Kotztüte hat auch schnell ihre Verwendung gefunden, denn kaum waren wir auf hoher See, fing das kleine Schiff auch schon an extrem zu schaukeln. Uns wurden anfangs Übelkeitspillen empfohlen, die wir aber nicht zu uns nahmen, da wir dachten, dass wir nicht seekrank werden können, was sich aber als eine schlechte, sehr schlechte Idee herausstellte. Wir beide haben uns 3 Mal übergeben müssen bevor wir endlich unseren ersten Tauchspot erreichten.
Um Abwechslung beim Tauchen bieten zu können, waren insgesamt 11 Tauchgänge an jeweils vier verschiedenen Orten in den drei Tagen geplant. Der erste Tauchgang war direkt nach dem Anker setzen angesetzt. Nach kurzen verwirrenden Einweisungen wie wir Tauchen sollten – vom Anker aus 210° für 10m, dann 300° für 4m, 150° für 3m, 0° für 8m… – sollte es auch schon losgehen. Da die meisten jedoch nur Bahnhof verstanden, einigten wir uns darauf, dass der erste Tauchgang vom einem der Tauchlehrer geleitet wird. Somit mussten wir uns noch keine Gedanken über das Verschwimmen im großen Great Barrier Reef machen. Erstaunlicherweise erinnerten wir uns auch noch, wie genau das ganze Equipment zusammen zu schrauben war und somit konnten wir unseren ersten Tauchgang antreten und sobald wir im Wasser waren, war auch unsere Seekrankheit verschwunden.
Um 12 Uhr war Lunchtime. An Board hatten wir den wohl besten Koch bzw. den “best cake maker”, wie Jana ihn nannte, der Welt dabei (natürlich hinter unseren Müttern
). Lunch wie auch Breakfast und Dinner waren immer sehr vielfältig und abwechslungsreich zubereitet. Danach ging es dann auch schon wieder tauchen, diesmal jedoch ungeführt und somit waren wir das erste Mal im Wasser nur auf uns gestellt. Anfangs versuchten wir noch den Gradzahlen zu folgen, wussten aber schon ziemlich schnell nicht mehr, wo wir waren und somit mussten wir im Laufe dieses Tauchganges ca. drei Mal auftauchen, um uns zu orientieren. Bei den anderen Tauchgängen haben wir uns dann unauffällig anderen Tauchbuddys angeschlossen, um nicht verloren zu gehen. Im Laufe der Zeit lernten wir aber auch selbst ein wenig mit dem Kompass umzugehen und uns selbst nicht zu verlieren.
Abends gab es auch noch einen Nachttauchgang, bei dem wir alle bunte Leuchtstäbe angeheftet bekamen und natürlich Taschenlampen. Im hellen Scheinwerferlicht des Bootes konnte man außerdem viele große Fische und Haie beobachten, die vom hellen Licht angezogen wurden. Abends lernten wir außerdem, wie man mithilfe von einer leeren Cornflakespackung und einem Besenstiel lustige Spiele spielen kann, die wahrscheinlich an Land nicht halb so lustig gewesen wären, da das Land ja nicht wackelt. Dann gingen wir auch schon schlafen, denn am nächsten Morgen war bereits um 7:30Uhr der nächste Tauchgang angesetzt, den wir beide trotzdem verschliefen =).
Die restliche Zeit verbrachten wir ziemlich ähnlich, nämlich mit Essen, Schlafen und Tauchen. Irgendwann hatten alle anderen Taucher Haie und Schildkröten gesehen, nur wir zwei nicht, am letzten Tag holten wir das jedoch nach und sahen auch die Schildkröten, die wir bereits auf Redang Island gerettet hatten (Green Turtle), am Great Barrier Reef beim Essen und einen Hai beim Schlafen. Wir sahen natürlich auch noch viele andere Fische und Korallen, von denen wir aber leider keinen genauer benennen können, außer dem Clownfisch, besser bekannt als Nemo.
Nach dem, natürlich wie immer vorzüglichen, Mittagessen am letzten Tag fuhren wir auch wieder zurück nach Cairns und da wir diesmal, dank Seasicknesspills bestens präpariert waren, kamen wir auch ohne weitere Kotzerei nach Cairns zurück, wo wir erfuhren, dass wir noch A$45 Reef Tax zu zahlen hatten, von der wir bis dahin noch nichts gewusst hatten. Dann wurden wir noch in unser Hostel gefahren, wo wir dann die nächsten zwei Tage damit verbrachten uns auszuruhen und uns einzureden, dass der Boden nicht wackelt, was gar nicht so einfach war, denn wir hatten ständig das Gefühl auf einem stark wackelnden Schiff zu sein.
Wahrscheinlich werden wir jetzt die nächsten 5 Jahre nicht mehr tauchen gehen, was wir ziemlich schade finden, weil besonders das schwerelose Dahingleiten und die nahezu scheulosen Fische ziemlich faszinierend (oder awesome, wie die Australier/Amerikaner sagen würden) sind. Nun ja, man kann im Leben nicht alles haben. Dafür werden wir ab morgen für einige Zeit keinen Cent mehr ausgeben, da wir in South Johnstone Wwoofen (Def.: s.o.) gehen.