Wenn wir schon nicht berichten, was wir so unternehmen und erleben, haben wir uns gedacht es wäre doch auch mal ganz interessant zu wissen, wie unser ganz normaler Hostelalltag aussieht:
Tja, schwierig, wo man anfangen soll… Meistens kosten Hostels zwischen 20 und 25 Dollar für ein 8-10 Bettzimmer. Beim Einchecken bekommt man außerdem noch einen Schlüssel für den man ein Pfand hinterlassen muss und Bettwäsche. Badezimmer und Duschen gibt es entweder im Zimmer oder als großes Gemeinschaftsbad, dann aber meistens getrennt nach Jungs und Mädels. Fast immer gibt es auch Chillerecken mit Sofas oder Hängematten, einen Fernsehraum und manchmal ist auch gleich eine Bar oder eine Disko mit integriert. Auch das Share-a-Book darf nicht vergessen werden, wo man neuen Lesestoff im Tausch gegen gelesene Bücher erhält. Außerdem hat fast jedes Hostel noch eine relativ große Küche, die unterschiedlich gut ausgestattet ist, aber so gut wie immer Herdplatten, eine Mikrowelle und einen Sandwichtoaster hat. Dort gibt es auch große Storagekühlschränke, wo jeder einen Platz für seine Lebensmittel erkämpft, was nicht immer ganz einfach ist. Fast jeder bewahrt seine Lebensmittel in großen, farbigen Stofftaschen auf (mit Reisverschluss), die man für einen Dollar im Supermarkt kaufen kann. Wir haben seit neuestem sogar die Deluxe-Version mit “Merry Christmas” drauf. Damit man seinen Inhalt nicht verliert sollte man auf jeden Fall seinen Namen und ein mehr oder weniger aktuelles Datum draufschreiben und am besten noch die ganze Tasche mit einem kleinen Vorhängeschloss abschließen. Meist gibt es auch irgendwo einen Freefoodshelf, wo man oft Gewürze oder Öl, manchmal aber auch Eier oder Honig findet.
Einkaufen geht man natürlich bei Coles oder Woolworths, vorausgesetzt es hat einen in der Nähe. Das sind die zwei größten Einkaufsketten in Australien,, die gleichzeitig auch am billigsten sind. Beide haben außerdem sogenannte Hausmarken, die die meisten Alltagsprodukte herstellen, am billigsten sind und außerdem in einer superstylischen weißroten Verpackung daherkommen. Eigentlich brauchen wir ja nicht zu erwähnen, dass Backpacker fast nur von der Hausmarke einkaufen
. Da kompliziert kochen meist nicht möglich oder zu teuer und aufwendig ist, ernähren wir uns hauptsächlich von Nudeln mit Tomatensauce oder Instantnudeln. Wir haben aber auch schon Kartoffelsalat und gebratenen Gemüsereis gemacht. Besonders Fleisch ist in Australien ziemlich teuer und deswegen ernähren wir uns hauptsächlich vegetarisch. Zum Frühstück gibt’s immer Müsli mit Milch und gelegentlich Orangensaft, weil Brot so gut wie nur als Toastbrot erhältlich ist, was einem nach kurzer Zeit zum Hals heraushängt. Manche Hostels bieten auch Tee und Kaffee umsonst an. Zusätzlich zu den eigentlichen Lebensmitteln findet sich in unserer Lebensmitteltasche auch noch einige Gewürze (Salz, Pfeffer, Ketchup, Gemüsebrühe, Basilikum, Italienische Kräutermischung, Majoran, Cumin und ein mysteriöses Allwürzmittel (?))(die meisten haben wir aus dem Freefoodshare genommen), Öl, Essig, Margarine, Honig, Zucker, verschiedene Aufbewahrungsboxen und Sandwichtüten. Seit neuestem besitzen wir auch noch Knoblauch und Chilli und mit all diesen Dingen kann man oft billiger kochen, weil man nicht alles fertig angerührt kaufen muss, sondern selber zubereiten und würzen kann. Außerdem muss im Abschnitt “Ernährung” unbedingt McDonalds erwähnt werden, wo man Sundae Cones (McSundae) für 50 Cent kaufen kann, was mit Abstand das billigste Eis in ganz Australien ist. Zusätzlich gibt es dort kostenloses Wifi, weshalb man bei McDonalds auch meist eine Horde Backpacker mit ihren Laptops findet. Die Verbindung ist jedoch sehr langsam, bedingt durch die große Anzahl der Nutzer, und ist zudem sehr begrenzt (50MB pro Anmeldung). Ansonsten gibt es in fast jedem Hostel Internet für $4-$6 die Stunde. Manche Hostels haben jedoch auch sehr fragliche Sicherheitsvorkehrungen bei dem man, sobald sich einer angemeldet hat, mitsurfen kann. In Reiseagenturen, wie Peter Pan oder Tribal Travel, gibt es auch oft billigeres (oder auch umsonst) und schnelleres Internet (~5Mbit), aber oft zeitlich begrenzt auf beispielsweise eine halbe Stunde.
Für den Alltag brauchen wir außerdem noch Taschentücher, Gummibänder, Wattestäbchen und Waschpulver. Die Wattestäbchen kann man außerdem noch verwenden, um Waschmaschinen zu manipulieren, die ansonsten 3-4 Dollar kosten würden. Stattdessen kann man mit ein wenig Fingerspitzengefühl auch Wattestäbchen in die Geldschlitze stecken, wodurch man mit Trocknen dann schon mindestens 6 Dollar gespart hat. Viele Leute sparen auch Geld, indem sie in freie Hostelbetten reinschleusen und dann dort einfach pennen, aber dafür sind wir zu brav und haben zu viel Schiss erwischt zu werden. Aber seit einigen Nächten sind wir nur noch halboffiziell anwesend, weil wir zur Zeit nur ein Bett bezahlen, obwohl wir ja eigentlich zu zweit sind. Das ist aber ziemlich stressig und man muss immer der Rezeptionistin aus dem Weg gehen, weshalb wir an unserem nächsten Stopp in Hervey Bay wieder beide offiziell angemeldet sind.
Unser Tagesablauf sieht dann auch meisten so aus: Wir stehen relativ früh auf (8Uhr), schon alleine, weil die Sonne bereits um 5 Uhr aufgeht. Dann frühstücken wir und sind dann meist damit beschäftigt irgendwelche Erledigungen oder Einkäufe zu machen. Es ist ziemlich erstaunlich wie viel Zeit allein durchs Einkaufen verloren geht. Mittags wird dann etwas einfaches mit den gekauften Zutaten gezaubert (Inwiefern bei der Zubereitung von Instantnudeln von “zaubern” gesprochen werden kann ist eine gute Frage). Nachmittags geht es dann oft an den Strand oder wir bleiben im Hostel und verbringen unsere Zeit damit Simpsons (Staffel 8+9) oder koreanische Filme mit englischen Untertiteln anzuschauen. So einmal die Woche packt uns auch der Schreibwahn und wir schreiben mal wieder an unserem Blog oder Tagebuch, was eigentlich ziemlich schade ist, weil es viel mehr zu berichten gäbe. Kurz bevor die Sonne untergeht, also um 18Uhr, gehen wir dann dreimal die Woche joggen, damit wir nicht fett und faul werden. Immerhin halten wir unser Fitnessprogramm schon seit drei Wochen durch und am Strand joggen ist eigentlich auch ziemlich schön und man kommt sich nicht so blöd vor, wie wenn man Kreise auf der Sportbahn dreht.
Abends gibt’s dann (Überraschung) natürlich wieder was zu essen, wobei wir abends meist kreativer mit der Essenszubereitung sind. Gelegentlich schließen wir uns auch mit anderen zusammen, wo dann auch mal Schinken-Erbsen-Sahnesoße dabei herauskommt. Bis wir dann fertig sind mit Kochen, Essen und Spülen ist es meistens schon sehr spät und wenn es gerade nichts besseres zu tun gibt findet sich oft jemand zum Karten spielen oder quatschen. An dieser Stelle sollte man auch den Christian und die Suki erwähnen, mit denen wir nun schon seit Mission Beach mehr oder weniger zusammen reisen. Die zwei sind übrigens aus Tuttlingen und auch ansonsten trifft man so gut wie niemanden, der nicht aus Deutschland ist. Deswegen ist unser Englisch immer noch so schlecht wie vorhin (oder in Martins Fall gut).
Gegen 22Uhr begeben wir uns dann meist ins Bett um am nächsten Tag frisch und munter in den halbroutinierten Tag zu starten.
Seid ihr zum Simpsons-Gucken nach Australien gefahren?
Wir müssen uns auch immer aufraffen, mal was abwechslungsreiches zu kochen… Sonst gibts immer Reis mit Tomatenpampe.
Coole Bilder!
Liebe Grüße aus Malawi