Als unseren letzten Stop vor Sydney haben wir uns Yamba ausgesucht, was eigentlich nur ein Dorf ist, von dessen Existenz wir wahrscheinlich gar nicht erfahren hätte, hätten wir nicht in Noosa die Steffi getroffen, die uns von Yamba und dem tollen Hostel erzählt hat. Es gibt nämlich in Yamba genau ein Hostel, was einem wenigstens die Auswahl abnimmt. Yamba ist auch touristisch gesehen so unwichtig, dass von den geschätzten 10 Greyhoundbussen, die täglich fahren, genau einer in Yamba hält, beziehungsweise wieder von Yamba wegfährt, und zwar um 11 Uhr abends. Und so kamen wir dann eines Abends in Yamba an, wo wir dann auch gleich feststellten, dass dieses Hostel ein reiner Familienbetrieb ist (mit Großeltern, Kindern und Enkelkindern) und sogar noch einem “Attackierhund” namens Charly, der einen anscheinend anfällt, wenn man sein Geschirr nicht abwäscht. Wir habens zwar nicht ausprobiert, aber im Wesentlichen war es ein stinkfauler Hund, der nur auf Leute reagiert hat, die schon mindestens 3 Monate in Yamba sind. Davon gibts hier aber erstaunlich viele, weil die Leute irgendwie in Yamba “klebenbleiben”. das gleiche ist dann auch uns passiert und statt geplanten 3 Tagen sind wir insgesamt 10 Tage hier geblieben.
Immerhin gehört Yamba anscheinend zu den besten Surfspots der Welt und somit waren wir auch ziemlich oft Surfen, wobei wir immer wieder feststellen mussten, dass selbst 10-jährige Kinder besser sind als wir. Das Problem war außerdem, dass die Wellen so groß waren, dass wir Probleme damit hatten auch nur 50 Meter aufs Meer hinauszupaddeln, weil jede Welle uns wieder 2 Meter zurückgespült hat und zusätzlich alles so verwirbelt war, dass wir mehr als einmal das Surfbrett auf den Kopf bekommen haben. Aber Übung macht den Meister und so sind auch wir besser geworden und als wir am letzten Tag gegangen sind, ging doch alles schon viel besser und wir standen schon auf erstaunlich vielen Wellen und auch erstaunlich lange.
Außerdem gibt es in Yamba Freshwater Pools mit bis zu 14 Meter hohen Klippen, von denen man runterspringen kann. Dazu gibt es auch eine 10-Dollar-Tour, die einer aus dem Hostel angeboten hat. Bei dieser Tour hat Shane (der Tourguide) außerdem noch unter Einsatz seines Lebens eine hochgiftige Plastikschlange gefangen, um sie dann danach (vortäuschens sie hätte ihn gebissen) auf arme, unwissende Backpacker zu werfen. Davon schon ganz verängstigt sind wir dann auch nur von den 3, beziehungsweise 5 Meter hohen Klippen gesprungen. Danach haben wir dann noch einige (echte) Delfine in der Ferne beobachten können und wir haben einen Strand besichtigt, an dem anscheinend die ganzen Surffilme gedreht werden. Im gleichen Dorf wohnt zusätzlich noch der Erfinder von Billabong, dessen Villa und dessen Gärtner wir auch noch bestaunen durften. Zum Abschluss sind wir dann noch echte Pelikane und unechte Piranhas füttern gegangen, aber dass die Fische keine Piranhas sonder nur stinknormale Vegetarierfische sind, wurde uns natürlich auch erst hinterher gesagt.
Das war es auch im Wesentlichen, was wir in Yamba gemacht haben, denn immerhin mussten wir uns schon mal im Voraus von der Großstadt Sydney erholen. In der übrigen Zeit haben wir viel Karten gespielt und auch mal Poker und Blackjack. Einmal waren wir auch beim Barefoot Bowls, was so ähnlich ist wie Boccia, außer dass die Kugeln nicht gerade rollen, weil sie auf einer Seite schwerer sind, weshalb sie immer in Halbkreise rollen, was man natürlich mit einberechnen muss, wenn man versuchen will, seine Kugel möglichst nah an das Ziel zu platzieren. Der 20. Geburtstag der Simpsons darf auch nicht vergessen werden, zu dessen Anlass auf Fox8 den ganzen Tag Simpsons im Fernsehen kam. Das halbe Hostel saß geschätzte 10h vor dem Fernseher um auch ja keine Folge zu verpassen.
Und nach 10 Tagen verließen wir schweren Herzens wieder Yamba und bestiegen abends um 11 Uhr den Greyhoundbus und machten uns auf die 11,5 Stundenreise nach Sydney, wo 20% der Bevölkerung Australiens wohnen.
Übrigens haben wir nun alle Bilder endlich hochgeladen. Das letzte Album, Sydney, kommt dann wohl erst, wenn wir wieder in Deutschland sind =).
Allen noch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahrzehnt!